Zwei Jahr später, 2012, kam erneut Reisesehnsucht auf und ich wagte noch einmal den Absprung in ein ungewisses Reiseabenteuer. Alternative Gemeinschaften in Europa kennenlernen mit der Möglichkeit, auf bestimmte Zeit mitzuleben. Meinem Herzweg folgen, statt gesellschaftliche Erwartungen erfüllen. Ich suchte mir aus einem Verzeichnis eine Gemeinschaft in Österreich heraus, deren Beschreibung mich ansprach, noch eine in Frankreich, der Rest blieb ungewiss. Es lief darauf hinaus, dass ich im Haus-der-Stille in der Nähe von Graz landete und beschloss, das dort angebotene Orientierungsjahr zu machen.

 

Zusammen mit drei weiteren Frauen stürzten wir uns in das Abenteuer "mitleben und -arbeiten in einem franziskanischen Seminar- und Meditationshaus mit klösterlichen Strukturen für ein Jahr". Die Frage nach der Kraft und was Spiritualität für mich bedeutet plus die Erkenntnis, dass sie ein wichtiges und wesentliches Element in meinem Leben ist, beschäftigten mich dabei. Es war eine intensive Zeit und es hat sich für mich eine Türe geöffnet in meinem Inneren, die bisher verschlossen war. Ich kam auf einer für mich neuen, tiefen Ebene in Kontakt damit, was Singen, Klang und Meditation bewirken können. "Das ist es! Genau damit will ich etwas machen." Das war für mich klar nach dem Jahr. Es kristallisierte sich heraus, dass ich wieder nach München zurückgehe, um in der Pflegebegleitung für Menschen mit Körperbehinderung zu arbeiten. Nebenbei bin ich seitdem dabei, Schritt für Schritt Klang-, Sing- und Kreativprojekte zu entwickeln und das Wissen aus der Ergotherapieausbildung findet dabei teils auch seine Anwendung.

 

Singen, Klänge und die Entwicklung meiner Spiritualität jenseits von Konfessionen sind mittlerweile ein fester Bestandteil meines Lebens und zu einer wichtigen Ressource für meine Gesundheit geworden. Was ich dabei erlebe, möchte ich weitergeben und im freitonraum als Anwendungen anbieten für einen "freien Raum, in dem sich die ganz individuellen Ideen, Töne und Visionen entfalten können". In diese Arbeit nehme ich viele Elemente aus meinen bisherigen Lebensstationen auf und mir gefällt daran die ganzheitliche Arbeitsweise. Es geht nicht um Analyse, ein Einordnen und Diagnostizieren (was an entsprechender Stelle natürlich sehr viel Sinn macht und wichtig ist), sondern um Synthese und kreative Entwicklungsarbeit. Das liegt mir am Herzen und ich finde mich in dieser Aufgabe wieder.

 

Mit viel Dankbarkeit gegenüber dem Leben und allen Menschen, die mich unterstützen und herausfordern, beschließe ich den Einblick in meinen Werdegang.

 

Ich freue mich auf viele Begegnungen.

 

Klangvolle Grüße,

Stefanie