Aufgewachsen bin ich im nördlichen Chiemgau in einem kleinen Dorf. Ich nenne es scherzhaft das "oberbayerische Outback", denn im Umkreis von 20 km finden sich nur kleinere Ortschaften, viel Natur und wenig bis keine öffentlichen Verkehrsmittel.

 

In dieser Umgebung konnte ich einerseits eine Naturverbundenheit leben, die mir ganz selbstverständlich vorkam und solide Wurzeln bilden. Andererseits gab es eine Seite in mir, die sich nach mehr sehnte. Nach Ausdehnung und Weite, Freiheit und Entfaltung. Als Kind blickte ich oft zum Horizont und malte mir aus, was dahinter wohl alles sein könnte und entwickelte in mir eine sehr lebendige Vorstellungswelt. Ich füllte die Zeit mit Zeichnen und Malen und hörte viel Musik. Musik war schon immer wie ein Lebensmittel für mich und hat mir, vor allem dann als Jugendliche, einen Geschmack der weiten Welt vermittelt und meine Sehnsucht genährt. Ich wollte Abenteuer erleben jenseits von bekanntem Wald und gewohnter Wiese. Nur wie? Ich fand erstmal keinen direkten Weg ins kreative Leben, da ich weit davon entfernt war, zu wissen, wie ich mein Leben gestalten möchte. Die Sehnsucht war stark, aber konkrete Vorstellungen fehlten. Wohin also mit mir nach dem Realschulabschluss?